Ev. Jugendhilfe Holzminden | Regelangebot (integrativ/UMA) Stadtoldendorf
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Regelangebot (integrativ/UMA) Stadtoldendorf

Seit Oktober 2005 ist durch den § 42 SGB VIII (Inobhutnahme) eine verpflichtende Personen- und Erziehungssorge für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge den zuständigen Jugendämtern übergeben worden. Am 01.01.2016 ist das neue Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher in Kraft getreten. Diese Jugendlichen benötigen aufgrund ihrer Entwicklung und Sozialisation unter äußerst schwierigen Bedingungen eine individuelle Förderung und besondere Hilfen zur Persönlichkeitsentwicklung und zur sozialen und beruflichen Integration.

 

Die Wohngruppe ist ein integratives Angebot mit 9 Plätzen für Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturkreisen unserer Region sowie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMA) und jugendliche Migranten/innen. Ziel ist hier ein integrativer Ansatz mit deutschsprachigen Jugendlichen, in Ausnahmefällen kann es aber vorkommen, dass die Gruppe für einen kurzen Zeitraum ausschließlich mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen belegt ist. In der Regel sind die Jugendlichen bei Aufnahme 14 -18 Jahre alt. Aufgrund ihrer individuellen Sozialisationsgeschichte und Erfahrungen (Fluchtgründe, Fluchtwege, Traumata, Verlassen ihrer Heimat sowie der Familie) sind alle diese jungen Menschen belastet. Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sollen in ihrem Integrations- und Reifungsprozess sozialpädagogisch begleitet werden.

 

Die Förderung zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung und beruflichen Integration in unserer Gesellschaft soll unter Berücksichtigung ihrer
individuellen Ressourcen und ihres Entwicklungsstandes erfolgen. Dabei soll ebenso die heimatliche Kultur berücksichtigt bzw. erhalten bleiben.

 

Um den Integrations- und Verselbständigungsprozess kontinuierlich zu fördern, werden in einem mehrstufigen Entwicklungsmodell geeignete Strukturen vorgegeben. Die Stärkung des Selbstwertgefühls und die Integration in die Gesellschaft werden vor dem Hintergrund der individuellen Lebensgeschichte in einem ressourcenorientiertem Klima angestrebt. Im Fokus dieses Prozesses stehen sowohl die sprachliche als auch die soziale Integration.

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier bei der „Systemischen Interaktionsberatung“ nach Michael Biene. Die Systemische Interaktionstherapie erklärt Auffälligkeiten und Probleme von Kindern als Ausdruck von Rollenzuweisungen und Beziehungsstörungen im Familiensystem. Mit Methoden des SIT-Modells und der entsprechenden Haltung werden Eltern darin bestärkt, problemlösende Interaktionsformen zu entwickeln und diese in Ihrem Alltag umzusetzen. Das heißt, Eltern werden in der Rolle der Erziehenden gefestigt, bzw. übernehmen diese Rolle wieder für ihre Kinder. Im Vordergrund steht nicht der intellektuelle Zugang, sondern die emotionale Erreichbarkeit. SIT ist ein für die einzelne Familie konzipiertes Instrument, welches in Herne in Jugendhilfeangeboten wie Triangel ambulant, Triangel Eltern-Kind-Haus, Soziale Gruppenarbeit / SIT-Familienarbeit Grundlage der pädagogisch-therapeutischen Arbeit ist. Ziel ist die Entwicklung, Stärkung und Förderung der erzieherischen Kompetenzen der Eltern.